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 Der Schreiberling

 

 

Schreiben ist das Hobby, dem ich mehr Aufmerksamkeit widme, als anderen nicht zwingend erforderlichen Tätigkeiten. Das Schreiben macht mir Spaß und gleichzeitig nehme ich es sehr ernst. Denn dieses Hobby soll nicht nur der Zeitverschwendung dienen. Nein, ich arbeite daran, in Zukunft hauptsächlich zu schreiben, aus dem Hobby einen Beruf zu machen.

Davon träumen viele, ich weiß. Es gibt auch tausend Gründe, warum viele diesen Weg einschlagen wollen: Geld, Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Berufung, Spaß, Anerkennung etc. Und im Grunde spielen alle Gründe bei der Entscheidung, dieser Idee intensiver nachzugehen, mit ein.

Bei vielen bleibt es bei dem Traum, ein Schriftsteller zu werden. Da fehlt die Motivation, die "Zeit", das Wissen, das Handwerk und etliches anderes, das als Ausflucht benutzt wird, um diesem anstrengend Hobby nicht weiter nachzugehen.

Sicher, in Deutschland (und in anderen Ländern ebenfalls) gibt es unwahrscheinlich viele Menschen, die vorhaben, Schriftsteller zu werden. Ist ja auch verführerisch: Von zu Hause arbeiten, freie Einteilung der Zeit, viel Geld, Ruhm und Fans, und ab und zu mal zu einer Lesung fahren.

Natürlich entspricht das nicht der Realität. Kreatives Schreiben in Hinblick auf einen eventuellen Broterwerb ist harte Arbeit, die viel Disziplin, Fleiß, eine hohe Frustrationstoleranz  und ein wahnsinnige dickes Fell erfordert. Daran scheitern viele wenn sie merken, dass es mit dem Schreiben doch mit Arbeit verbunden ist.

Ich weiß um die ganzen Argumente und mache es trotzdem. Denn ich meine es ernst.

Schon in meiner Grundschulzeit gehörte ich zu denen, die eher eine Affinität zu Geschichten hatten als andere. Ich schrieb halt gerne und las noch lieber vor, um die Reaktionen meiner Mitschüler zu ergattern. Das war auch später immer das Beste. Die Reaktionen auf meine Geschichten. Davon lebt ein Autor, das ist es, was er braucht, was sein Schreibelixir ist: Aufmerksamkeit für das, was er tut. Und für sich.

Ob dahinter ein Knacks in der Persönlichkeit steckt, eine Störung in der sozialen Entwicklung, das weiß ich nicht. Und wenn das so ist, dann soll es wohl so sein. Spaß macht es allemal. Und darauf kommt es an.

Nun, ich bekam in dieser Grundschulzeit viel positives Feedback und wurde ermutigt, weiter zu schreiben. Das hatte sich fortan bei mir eingebrannt, hielt sich über die weiterführende Schule (wo dieses Talent nicht gefördert wurde) bis heute.

Immer öfter juckte es mir in den Fingern, mal etwas Längeres zu schreiben, eine abgeschlossene Geschichte. Denn ich hatte noch nie eine Geschichte zu Ende geschrieben, immer mittendrin aufgehört. Das ärgerte mich, spiegelte aber mein Leben wider. Etwas zu Ende zu bringen lag mir nicht.

Nachdem ich es dann noch nichtmal geschafft hatte, mein Abitur durchzuziehen (worüber ich heute aber auch nicht mehr verärgert sondern froh bin) nahm ich mir vor, endlich mal etwas durchzuziehen. Ich nahm mir die Aufgabe, ein Buch zu schreiben, als Lebensaufgabe vor. Du schreibst in deinem Leben verdammt noch mal ein Buch. Mit Anfang und Ende.

So lautete der Titel meiner ersten längeren Geschichte "Träume". Ich muss ungefähr 14, 15 Jahre alt gewesen sein. Noch nie hatte ich etwas über das Schreiben gelesen und dementsprechend sah diese Geschichte dann auch aus. Vor ein paar Monaten fand ich sie wieder und einen Nutzen hatte sie dann doch: Ich konnte mich herrlich darüber amüsieren.

Meine zeitweise sehr frustrierende Ausbildung beflügelte mich schließlich dazu, dieser Idee nochmal intensiver nachzugehen. So begann ich im Jahr 2005 mit meinem Romanprojekt "Kolossia".

Mehr dazu unter der verlinkten Rubrik.

Inzwischen habe ich mir viel Wissen angeeignet, das aber noch praktisch umgesetzt werden muss. Ich hoffe, mir gelingt, was ich vorhabe. Eine Kurzgeschichte habe ich mittlerweile veröffentlicht. Ansonsten nimmt Kolossia viel Zeit in Anspruch.

Aber ich werde es schaffen, das lässt sich jetzt nicht mehr ändern.